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28/07/2026

Assassin's Creed Odyssey [035] 🗡️ Öl und Liebe

Assassin's Creed Odyssey [035] 🗡️ Öl und Liebe

Nach der gefährlichen Begegnung rund um Metiochos führt Kassandra ihr Weg diesmal nicht direkt in eine weitere Schlacht. Stattdessen findet sie sich auf dem Anwesen von Perikles wieder. Dort herrscht eine völlig andere Atmosphäre: Gäste feiern, trinken, unterhalten sich und genießen das gesellschaftliche Leben Athens.

Doch Kassandra ist nicht nach Athen gekommen, um einfach nur mitzufeiern.

Ihre Suche nach ihrer Mutter geht weiter.

Während sie sich unter den Gästen umhört, trifft sie auf Alkibiades. Der junge Athener ist eine der auffälligsten Persönlichkeiten, denen Kassandra bisher begegnet ist. Wein, Frauen und Vergnügungen scheinen für ihn eine große Rolle zu spielen. Gleichzeitig besitzt Alkibiades Kontakte und Informationen, die für Kassandras Suche äußerst wertvoll sein könnten.

Genau hier setzt die Mission „Öl und Liebe“ an.

Kassandra benötigt Informationen über ihre Mutter. Alkibiades könnte ihr dabei helfen. Doch bevor sie Antworten bekommt, muss sie sich auf seine besondere Art von Gesellschaft einlassen.

Die Episode verbindet dadurch erneut historische Figuren, gesellschaftliches Leben und Kassandras persönliche Suche miteinander.


Zu Gast bei Perikles

Nach den Ereignissen der vergangenen Mission erreicht Kassandra das Anwesen von Perikles.

Der Unterschied könnte kaum größer sein.

Während Kassandra normalerweise durch gefährliche Gebiete reist, Kultisten verfolgt und sich mit Söldnern auseinandersetzt, befindet sie sich nun mitten in einer gesellschaftlichen Veranstaltung.

Die Gäste feiern.

Es wird getrunken.

Es wird geredet.

Und offenbar wird auch sehr viel geflirtet.

Für Kassandra ist diese Feier jedoch vor allem eines:

Eine Gelegenheit.

Denn sie sucht weiterhin nach ihrer Mutter.

Und je länger ihre Reise dauert, desto deutlicher wird, dass sie die Antworten nicht einfach auf dem Schlachtfeld finden wird.


Kassandras Suche nach ihrer Mutter

Die Suche nach ihrer Mutter ist einer der wichtigsten Handlungsstränge von Assassin's Creed Odyssey.

Kassandra hat bereits zahlreiche Hinweise gesammelt, doch die Wahrheit bleibt weiterhin schwer greifbar.

Immer wieder stößt sie auf Personen, die etwas wissen könnten.

Doch Informationen bekommt man in der Welt des Spiels nicht unbedingt kostenlos.

Manchmal muss Kassandra helfen.

Manchmal muss sie kämpfen.

Und manchmal muss sie sich unter Menschen bewegen, die ganz andere Interessen verfolgen.

Die Feier bei Perikles bietet deshalb eine perfekte Gelegenheit.

Kassandra kann sich umhören und herausfinden, wer etwas über ihre Vergangenheit oder den Aufenthaltsort ihrer Mutter weiß.


Alkibiades betritt die Bühne

Dabei fällt Kassandra besonders Alkibiades auf.

Alkibiades ist eine historische Persönlichkeit und gehört zu den berühmtesten und zugleich umstrittensten Politikern Athens.

In Assassin's Creed Odyssey wird er allerdings nicht nur als politischer Akteur dargestellt.

Viel stärker fällt sein Lebensstil auf.

Er liebt Wein, Frauen und Vergnügungen und scheint sich nur selten um gesellschaftliche Konventionen zu kümmern.

Kassandra bekommt dadurch einen völlig anderen Eindruck von einem Mann, der historisch tatsächlich eine bedeutende Rolle im politischen Leben Athens spielte.


Wer war Alkibiades?

Der historische Alkibiades wurde ungefähr 450 v. Chr. geboren und stammte aus einer sehr einflussreichen athenischen Familie.

Er war Politiker, Redner und Feldherr.

Sein Leben war von politischen Machtkämpfen, militärischen Unternehmungen und wechselnden Bündnissen geprägt.

Besonders bemerkenswert ist, dass Alkibiades nicht dauerhaft einer politischen Seite treu blieb.

Während des Peloponnesischen Krieges wechselte er unter anderem zwischen Athen, Sparta und später dem Perserreich.

Diese wechselnden Loyalitäten machten ihn zu einer äußerst kontroversen Persönlichkeit.


Ein Mann mit vielen Gesichtern

Gerade diese historische Eigenschaft passt erstaunlich gut zur Darstellung im Spiel.

Alkibiades ist charismatisch.

Er ist selbstbewusst.

Er wirkt lebenslustig.

Und er weiß, wie er seine Beziehungen einsetzen kann.

Kassandra begegnet ihm deshalb nicht einfach als gewöhnlichem Bürger.

Er ist ein Mann mit Kontakten.

Und Kontakte können in der Welt von Assassin's Creed Odyssey sehr wertvoll sein.

Gerade wenn man eine Person sucht, die möglicherweise irgendwo in der riesigen Welt Griechenlands verschwunden ist.


Öl und Liebe

Der Titel der Mission „Öl und Liebe“ beschreibt bereits sehr deutlich, worauf sich Kassandra diesmal einlassen muss.

Sie benötigt Informationen von Alkibiades.

Doch Alkibiades macht es Kassandra nicht gerade einfach.

Er ist schließlich jemand, der Genuss und körperliche Vergnügungen nicht voneinander trennt.

Das Gespräch zwischen Kassandra und Alkibiades entwickelt sich deshalb in eine deutlich flirtendere Richtung als viele andere Begegnungen im Spiel.

Kassandra wird sogar nach ihrer Meinung gefragt, ob ihr das Ganze gefällt.

Die Situation ist damit deutlich lockerer als die politischen und militärischen Konflikte, die sie bisher erlebt hat.


Das Symposion im antiken Griechenland

Die Feier bei Perikles erinnert dabei an eine historische Institution, die für das gesellschaftliche Leben der griechischen Oberschicht sehr wichtig war:

das Symposion.

Das griechische Wort Symposion bedeutet sinngemäß „gemeinsames Trinken“.

Dabei handelte es sich nicht einfach um eine moderne Party.

Ein Symposion konnte ein gesellschaftliches Ereignis sein, bei dem Männer gemeinsam Wein tranken, diskutierten, Musik hörten und sich mit philosophischen oder politischen Themen beschäftigten.

Gerade in Athen konnten solche Veranstaltungen eine wichtige Rolle für den Austausch gesellschaftlicher und politischer Ideen spielen.


Wein war mehr als ein Getränk

Wein besaß in der griechischen Antike eine besondere gesellschaftliche Bedeutung.

Allerdings wurde Wein häufig mit Wasser verdünnt getrunken.

Unverdünnten Wein zu trinken galt in vielen Kontexten als unangemessen oder zumindest als Zeichen mangelnder Selbstkontrolle.

Das Symposion besaß deshalb auch feste gesellschaftliche Regeln.

Ein sogenannter Symposiarch konnte beispielsweise bestimmen, wie stark der Wein gemischt wurde und wie schnell getrunken werden sollte.

Die Veranstaltung war damit keineswegs völlig ungeordnet.


Alkibiades und die Grenzen der Gesellschaft

Gerade deshalb wirkt Alkibiades in der Spielwelt so interessant.

Er scheint viele dieser gesellschaftlichen Grenzen bewusst zu überschreiten.

Er genießt Wein.

Er flirtet.

Er sucht Vergnügen.

Und er scheint sich nicht besonders darum zu kümmern, was andere über ihn denken.

Das passt durchaus zu seinem historischen Ruf.

Alkibiades galt bereits in der Antike als außergewöhnlich charismatisch, aber auch als kontrovers und schwer berechenbar.

Seine Persönlichkeit war so auffällig, dass er selbst innerhalb der politischen Elite Athens immer wieder für Diskussionen sorgte.


Kassandra sucht Antworten statt Vergnügen

Während Alkibiades die Feier offensichtlich genießt, verfolgt Kassandra ein anderes Ziel.

Sie braucht Informationen.

Ihre Mutter ist weiterhin verschwunden.

Und jeder Hinweis könnte sie der Wahrheit näherbringen.

Das macht die Mission interessant.

Kassandra befindet sich in einer Umgebung, in der sie theoretisch entspannen könnte.

Doch ihre persönliche Geschichte lässt ihr keine Ruhe.

Sie kann feiern.

Sie kann trinken.

Sie kann flirten.

Aber letztendlich bleibt ihre Suche nach ihrer Familie das zentrale Thema.


Informationen sind eine Währung

In der Welt von Assassin's Creed Odyssey besitzen Informationen einen enormen Wert.

Wer etwas über einen Kultisten weiß, kann Kassandra auf ein neues Ziel führen.

Wer etwas über ihre Mutter weiß, kann eine jahrelange Suche verändern.

Wer Informationen über politische Ereignisse besitzt, kann Macht gewinnen.

Damit ist Wissen beinahe eine eigene Währung.

Alkibiades besitzt möglicherweise genau das, was Kassandra braucht.

Doch sie muss erst herausfinden, wie viel er tatsächlich weiß.


Die Verbindung zwischen Politik und Vergnügen

Die Feier bei Perikles zeigt außerdem, wie eng gesellschaftliches Vergnügen und Politik miteinander verbunden sein konnten.

Einflussreiche Personen trafen sich nicht nur in offiziellen politischen Versammlungen.

Kontakte entstanden auch bei Festen, privaten Veranstaltungen und gemeinsamen Mahlzeiten.

Menschen lernten sich kennen.

Informationen wurden ausgetauscht.

Beziehungen wurden aufgebaut.

Und manchmal wurden politische Entscheidungen durch persönliche Beziehungen beeinflusst.

Genau diese Atmosphäre nutzt Assassin's Creed Odyssey, um Kassandra an Informationen heranzuführen.


Perikles und die politische Welt Athens

Der Gastgeber der Veranstaltung ist Perikles, eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des klassischen Athens.

Perikles lebte ungefähr von 495 bis 429 v. Chr. und prägte die politische Entwicklung Athens über Jahrzehnte.

Unter seinem Einfluss entwickelte sich Athen zu einem bedeutenden Zentrum von Politik, Kunst, Architektur und Kultur.

Die berühmte Akropolis wurde in seiner Zeit stark geprägt.

Perikles war außerdem eng mit der athenischen Demokratie verbunden, wobei auch diese Demokratie keineswegs mit modernen Vorstellungen politischer Teilhabe gleichgesetzt werden darf.


Eine Stadt voller Gegensätze

Athen wird in Assassin's Creed Odyssey als eine Stadt voller Gegensätze dargestellt.

Auf der einen Seite stehen:

  • Philosophie,
  • Demokratie,
  • Kunst,
  • Architektur,
  • Wissenschaft,
  • Theater.

Auf der anderen Seite finden sich:

  • Sklaverei,
  • politische Intrigen,
  • soziale Ungleichheit,
  • Krieg,
  • Gewalt,
  • Machtkämpfe.

Kassandras Reise führt sie mitten durch diese Widersprüche.

Die Feier bei Perikles bildet deshalb nur eine weitere Facette dieser Welt.


Liebe, Beziehungen und gesellschaftliche Normen

Auch das Thema Liebe wird in Assassin's Creed Odyssey immer wieder aufgegriffen.

Kassandra kann im Verlauf ihrer Reise verschiedene romantische und sexuelle Beziehungen eingehen.

Das Spiel erlaubt dabei eine vergleichsweise offene Darstellung von Beziehungen.

Die antike Realität war allerdings wesentlich komplexer.

Das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, Ehe, Sexualität und gesellschaftlichem Status war stark von Geschlecht, sozialer Stellung und persönlichem Umfeld abhängig.

Das bedeutet: Die moderne Vorstellung von romantischer Freiheit lässt sich nicht einfach auf das antike Athen übertragen.


Alkibiades als historischer Charakter

Gerade bei Alkibiades wird deutlich, wie stark Ubisoft historische Überlieferungen mit fiktionaler Unterhaltung verbindet.

Seine Darstellung als charismatischer und lebenslustiger Mann hat historische Anknüpfungspunkte.

Allerdings ist die konkrete Begegnung zwischen ihm und Kassandra natürlich Teil der fiktiven Handlung.

Das Spiel nimmt eine historische Persönlichkeit und setzt sie in eine erfundene Geschichte.

Dadurch entsteht eine Mischung aus tatsächlicher Geschichte und Rollenspiel.


Die Suche geht weiter

Kassandra bleibt trotz der Feier auf ihr eigentliches Ziel konzentriert.

Sie braucht Informationen.

Und Alkibiades scheint genau der richtige Mann dafür zu sein.

Doch wie bereits so oft in ihrer Reise muss sie erst herausfinden, wem sie vertrauen kann.

Denn Informationen können manipuliert werden.

Menschen können lügen.

Und jeder verfolgt seine eigenen Interessen.

Kassandra hat deshalb gelernt, vorsichtig zu sein.


Warum diese Episode wichtig ist

„Öl und Liebe“ wirkt im Vergleich zu den großen Kämpfen gegen den Kult des Kosmos zunächst wie eine ruhigere Episode.

Doch genau das macht sie interessant.

Die Handlung zeigt eine andere Seite von Kassandras Reise.

Nicht jede Aufgabe muss mit einem Schwert gelöst werden.

Manchmal muss sie reden.

Beobachten.

Flirten.

Informationen sammeln.

Und herausfinden, welche Person ihr tatsächlich weiterhelfen kann.

Damit wird Kassandra erneut nicht nur als Kriegerin, sondern als vielseitige Hauptfigur dargestellt.


Zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Kassandras Suche nach ihrer Mutter bleibt dabei das emotionale Zentrum.

Sie sucht nicht nur irgendeine Person.

Sie sucht einen Teil ihrer eigenen Vergangenheit.

Jeder Hinweis kann neue Fragen aufwerfen.

Jede neue Bekanntschaft kann eine Spur liefern.

Und je mehr Kassandra über die politische und gesellschaftliche Welt Griechenlands erfährt, desto stärker wird sie in die Ereignisse hineingezogen.

Die Suche nach ihrer Mutter ist damit längst nicht mehr nur eine persönliche Angelegenheit.

Sie führt mitten hinein in die großen Konflikte der Spielwelt.


Historisches Griechenland als lebendige Welt

Eine der größten Stärken von Assassin's Creed Odyssey ist die Darstellung des antiken Griechenlands als lebendige Welt.

Die Entwickler zeigen nicht ausschließlich Tempel und Schlachtfelder.

Auch Feste, Trinkgelage, Märkte, politische Versammlungen und private Gespräche gehören dazu.

Dadurch entsteht der Eindruck einer Gesellschaft, die nicht nur aus historischen Sehenswürdigkeiten besteht.

Menschen leben darin.

Sie feiern.

Sie streiten.

Sie lieben.

Sie handeln.

Und sie versuchen, in einer politisch extrem unruhigen Zeit zu überleben.


Fazit

Die Episode „Öl und Liebe“ schlägt nach der turbulenten Mission rund um Metiochos einen etwas anderen Ton an.

Kassandra besucht eine Feier auf dem Anwesen von Perikles und bekommt dadurch die Gelegenheit, sich unter den Gästen nach Informationen über ihre Mutter umzuhören.

Dabei trifft sie auf Alkibiades, der zu den auffälligsten Charakteren der Episode gehört. Der junge Athener wird als lebenslustiger, charismatischer Mann dargestellt, der Wein, Frauen und Vergnügungen nicht gerade abgeneigt ist. Gleichzeitig besitzt er Kontakte und Informationen, die für Kassandras Suche äußerst wertvoll sein könnten.

Die Mission verbindet damit persönliche Interessen mit der politischen und gesellschaftlichen Welt Athens.

Historisch ist besonders interessant, dass sowohl Perikles als auch Alkibiades tatsächlich existierten. Perikles prägte das klassische Athen politisch und kulturell, während Alkibiades als Politiker und Feldherr während des Peloponnesischen Krieges eine äußerst wechselhafte Karriere hinlegte.

Auch die Feier selbst lässt sich mit der Tradition des griechischen Symposions verbinden. Wein, Gespräche, Unterhaltung und gesellschaftliche Kontakte waren wichtige Bestandteile solcher Zusammenkünfte. Assassin's Creed Odyssey nutzt diese historische Atmosphäre, um Kassandra mit Menschen zusammenzubringen, die ihr bei ihrer Suche weiterhelfen könnten.

Dabei bleibt die persönliche Geschichte der Söldnerin im Mittelpunkt.

Sie ist zwar von Feiernden, Wein und gesellschaftlichem Treiben umgeben, doch ihre Gedanken kreisen weiterhin um ihre Mutter.

Alkibiades könnte eine wichtige Spur besitzen.

Und genau deshalb muss Kassandra herausfinden, wie sie an die Informationen kommt.

„Öl und Liebe“ zeigt damit eine ruhigere, aber nicht weniger wichtige Seite von Assassin's Creed Odyssey: Zwischen Kultisten, Söldnern und Seeschlachten gibt es auch Politik, Gesellschaft, Beziehungen und persönliche Geschichten.


Playlist: Assassin’s Creed Origin – Velgandr's Let’s Play

👉 Zur vollständigen Playlist auf YouTube
Komm mit Kassandra der Söldnerin mit auf ein Abenteuer durch das alte Griechenland dem Land des Weines – exklusiv bei Velgandr

 

Assassin's Creed Odyssey [034] 🗡️ Der Schlangenhändler

Assassin's Creed Odyssey [034] 🗡️ Der Schlangenhändler

Nach dem politischen Ausflug zum Scherbengericht geht es für Kassandra in Assassin's Creed Odyssey wieder deutlich handfester zur Sache. Die Episode „Der Schlangenhändler“ beginnt mit einem Attentat auf einen Söldner, der Kassandra zuvor verfolgt hat. Damit wird zunächst ein weiteres Kapitel ihrer persönlichen Söldnerjagd abgeschlossen, bevor sie sich der nächsten Aufgabe widmet.

Die Mission „Eine giftige Begegnung“ führt Kassandra anschließend zum Anwesen von Metiochos. Bereits bei der Ankunft wird klar, dass hier etwas nicht stimmt. Eine Stimme warnt vor Schlangen, während die Umgebung den Eindruck vermittelt, dass der Hausherr in Schwierigkeiten steckt.

Kassandra findet Metiochos schließlich gefangen vor. Der Mann ist sichtlich erleichtert, dass sie ihn befreit. Doch seine Rettung ist erst der Anfang der eigentlichen Aufgabe. Metiochos berichtet von Männern, die ihm Leid zugefügt haben, und möchte, dass Kassandra diese Schläger findet und zur Rechenschaft zieht.

Damit steht Kassandra vor einer interessanten Frage: Darf sie Gewalt anwenden, wenn das Gesetz scheinbar nicht in der Lage ist, einem Opfer Gerechtigkeit zu verschaffen?

Genau hier verbindet die Episode typische Assassin's-Creed-Action mit einem gesellschaftlichen Thema, das bereits im antiken Griechenland von großer Bedeutung war: dem Verhältnis zwischen persönlicher Vergeltung, Selbstjustiz und staatlichem Recht.


Ein Attentat eröffnet die Episode

Noch bevor Kassandra sich mit Metiochos beschäftigt, steht zunächst ein Söldner auf ihrer Liste.

Der Gegner hat Kassandra gesucht und damit selbst dafür gesorgt, dass sie sich mit ihm auseinandersetzen muss.

Ein Attentat beendet die Jagd.

Solche Begegnungen sind für Kassandra inzwischen beinahe Alltag. Als Söldnerin bewegt sie sich in einer Welt, in der Kopfgelder, Rivalitäten und persönliche Feindschaften jederzeit zu einem Kampf führen können.

Der Kampf zeigt zugleich eine der Stärken des Söldnersystems von Assassin's Creed Odyssey: Kassandra ist nicht nur Jägerin, sondern kann selbst zum Ziel werden.

Mit dem erfolgreichen Attentat ist dieses Problem zunächst gelöst.

Doch schon wartet die nächste Aufgabe.


Eine giftige Begegnung

Die neue Mission trägt den passenden Namen „Eine giftige Begegnung“.

Kassandra soll sich zum Anwesen von Metiochos begeben.

Schon der Name der Mission lässt vermuten, dass Schlangen eine Rolle spielen werden. Tatsächlich wird Kassandra bei ihrer Ankunft von einer Stimme gewarnt.

Die Situation wirkt ungewöhnlich.

Warum befindet sich jemand auf dem Anwesen?

Wer warnt Kassandra?

Und was ist mit Metiochos passiert?

Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.


Metiochos ist gefangen

Auf dem Anwesen findet Kassandra schließlich den Hausherrn.

Metiochos wurde gefangen genommen.

Für ihn kommt die Ankunft der Söldnerin genau im richtigen Moment.

Nach seiner Befreiung ist seine Erleichterung deutlich zu spüren. Doch aus der Rettung entwickelt sich schnell ein neuer Auftrag.

Metiochos erzählt Kassandra von den Männern, die für seine Lage verantwortlich sind.

Er möchte, dass sie diese Männer findet.

Und er möchte, dass sie bestraft werden.

Dabei geht es nicht nur um eine einfache Suche.

Metiochos verlangt Vergeltung.


Wenn das Gesetz nicht genügt

Genau an diesem Punkt wird die Mission interessanter als eine gewöhnliche Kampfaufgabe.

Metiochos ist ein Opfer.

Er wurde angegriffen und misshandelt.

Die Verantwortlichen sind bekannt.

Doch scheinbar kann oder will das Gesetz nicht unmittelbar eingreifen.

Damit steht Kassandra vor einem moralischen Problem.

Soll sie die Männer einfach finden und töten?

Oder sollte sie versuchen, eine rechtmäßige Lösung zu finden?

Das Spiel stellt diese Frage nicht nur theoretisch.

Kassandra ist eine Söldnerin.

Sie besitzt die Fähigkeiten, solche Probleme mit Gewalt zu lösen.

Doch nur weil sie dazu in der Lage ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es die richtige Entscheidung ist.


Selbstjustiz im antiken Griechenland

Die Frage nach Selbstjustiz ist historisch besonders interessant.

Das antike Griechenland besaß keine einheitliche Rechtsordnung, die für sämtliche griechischen Regionen gleichermaßen galt.

Stattdessen hatten die verschiedenen Poleis, also Stadtstaaten, eigene politische und rechtliche Strukturen.

Athen besaß beispielsweise andere Institutionen als Sparta.

Auch die Möglichkeiten, vor Gericht zu ziehen oder einen Rechtsstreit auszutragen, hingen vom jeweiligen gesellschaftlichen Status und vom politischen System ab.

Das Recht war daher stark an die jeweilige Gemeinschaft gebunden.


Recht und persönliche Vergeltung

In älteren Gesellschaften war die Grenze zwischen persönlicher Vergeltung und rechtlicher Bestrafung teilweise deutlich weniger klar als in modernen Rechtsstaaten.

Familien, Gemeinschaften und politische Institutionen spielten eine wichtige Rolle.

Im antiken Griechenland entwickelte sich das Recht jedoch zunehmend zu einem institutionellen System.

Besonders Athen ist für seine Gerichtsverfahren bekannt.

Bürger konnten vor Gericht auftreten und Anklagen führen.

Das bedeutete allerdings nicht, dass Gewalt und persönliche Vergeltung vollständig verschwunden waren.

Genau diese Spannung greift Assassin's Creed Odyssey in der Mission rund um Metiochos auf.


Kassandra als ausführende Hand

Metiochos kann seine Gegner offenbar nicht einfach selbst zur Rechenschaft ziehen.

Kassandra hingegen besitzt die notwendigen Fähigkeiten.

Sie kann sich in gefährliche Gebiete begeben, Gegner verfolgen und sich gegen bewaffnete Gruppen behaupten.

Damit wird sie zu einer Art ausführender Hand.

Das ist ein wiederkehrendes Motiv in der Assassin's-Creed-Reihe.

Der Spieler übernimmt die Rolle einer Figur, die außerhalb gewöhnlicher gesellschaftlicher Strukturen agiert.

Kassandra kann dabei Entscheidungen treffen, die normale Bürger Athens oder anderer Poleis niemals treffen könnten.


Die Schläger werden zum Ziel

Nach Metiochos' Rettung beginnt Kassandra mit der Suche nach den Verantwortlichen.

Die Männer, die Metiochos angegriffen haben, werden damit selbst zu Zielen.

Die Situation ist moralisch durchaus interessant.

Für Metiochos sind sie Täter.

Für Kassandra sind sie Gegner.

Für das Gesetz wären sie möglicherweise Beschuldigte, die sich vor einem Gericht verantworten müssten.

Das Spiel lässt dadurch unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Situation entstehen.


Täter oder Opfer?

Gerade diese Unterscheidung ist wichtig.

Metiochos sieht sich eindeutig als Opfer.

Doch Kassandra kennt zunächst nur seine Version der Geschichte.

Das ist ein klassisches Problem jeder Form von Rechtsprechung.

Eine einzelne Aussage reicht nicht unbedingt aus, um die gesamte Wahrheit zu kennen.

Wer war tatsächlich verantwortlich?

Was ist wirklich passiert?

Welche Motive hatten die Beteiligten?

Und welche Strafe wäre angemessen?

Die Mission zeigt damit indirekt, warum Gesellschaften überhaupt Gerichte und Rechtsverfahren entwickelt haben.


Das Gesetz selbst in die Hand nehmen

Die Schläger können das Gesetz nicht einfach selbst in die Hand nehmen.

Dieser Gedanke bildet einen wichtigen Kern der Mission.

Wenn jeder Mensch selbst entscheidet, wer schuldig ist und welche Strafe verdient wird, entsteht schnell eine Spirale aus Gewalt.

Der Geschädigte rächt sich am Täter.

Die Familie des Täters rächt sich wiederum am Geschädigten.

Und schon entsteht ein Kreislauf, der kaum noch kontrolliert werden kann.

Ein funktionierendes Rechtssystem soll genau diesen Kreislauf verhindern.


Die Besonderheit von Assassin's Creed Odyssey

Die Mission funktioniert deshalb besonders gut, weil sie das Gameplay mit einem moralischen Thema verbindet.

Kassandra könnte die Angelegenheit sehr einfach lösen:

Gegner finden. Gegner töten. Auftrag erledigt.

Doch die Geschichte gibt dem Spieler gleichzeitig Anlass, darüber nachzudenken, ob Gewalt tatsächlich Gerechtigkeit bedeutet.

Das ist eine interessante Ergänzung zum sonst sehr actionreichen Spielverlauf.


Schlangen als Symbol

Der Titel „Der Schlangenhändler“ und die Warnung vor Schlangen verleihen der Episode zusätzlich eine symbolische Ebene.

Schlangen besitzen in der griechischen Mythologie eine äußerst ambivalente Bedeutung.

Sie können mit:

  • Heilung,
  • Erneuerung,
  • Gefahr,
  • Tod,
  • Unterwelt,
  • Weisheit

verbunden werden.

Besonders bekannt ist der Äskulapstab, der bis heute als Symbol der Medizin verwendet wird.

Die Schlange ist daher nicht ausschließlich ein Symbol des Bösen.

Sie kann sowohl Leben als auch Gefahr repräsentieren.

Das passt hervorragend zur Mission, in der Kassandra zwischen Rettung, Rache und Gewalt steht.


Der Titel „Der Schlangenhändler“

Der Episodentitel erzeugt dabei eine gewisse Erwartung.

Ein Schlangenhändler klingt zunächst nach einer Figur, die mit exotischen oder gefährlichen Tieren handelt.

Doch die eigentliche Mission dreht sich stärker um die Situation rund um Metiochos und seine Angreifer.

Die Schlange wird damit zu einem wiederkehrenden Motiv, das die Atmosphäre der Aufgabe unterstützt.

Ubisoft nutzt solche Begriffe häufig, um Missionen bereits durch ihre Namen charakteristisch wirken zu lassen.


Kassandra zwischen Heldin und Söldnerin

Eine der interessantesten Eigenschaften von Kassandra ist, dass sie nicht eindeutig als klassische Heldin dargestellt wird.

Sie hilft Menschen.

Sie rettet Opfer.

Sie verfolgt Kultisten.

Doch gleichzeitig verdient sie ihren Lebensunterhalt als Söldnerin und tötet zahlreiche Menschen.

Das erzeugt eine moralische Grauzone.

Kassandra kann einem Menschen zur Gerechtigkeit verhelfen und gleichzeitig Gewalt anwenden.

Die Frage lautet deshalb nicht nur:

„Ist Kassandra eine Heldin?“

Sondern vielmehr:

„Welche Art von Gerechtigkeit verfolgt Kassandra?“


Eine Welt ohne einfache Antworten

Das antike Griechenland von Assassin's Creed Odyssey ist voller solcher Situationen.

Politiker manipulieren die Bevölkerung.

Söldner verfolgen Menschen wegen Kopfgeldern.

Kultisten beeinflussen politische Ereignisse.

Philosophen stellen unangenehme Fragen.

Und gewöhnliche Bürger müssen versuchen, in dieser Welt zu überleben.

Die Mission um Metiochos passt deshalb hervorragend in die Gesamtstruktur des Spiels.

Sie ist klein im Vergleich zur großen Geschichte des Kults des Kosmos.

Aber sie behandelt ein Thema, das für die Gesellschaft insgesamt wichtig ist.


Historischer Kontext: Recht im antiken Athen

Athen entwickelte im 5. Jahrhundert v. Chr. ein komplexes System von Gerichten und politischen Institutionen.

Viele Entscheidungen wurden durch Bürger getroffen.

Zu den bekannten Einrichtungen gehörten Volksgerichte, in denen große Geschworenengruppen über Fälle entscheiden konnten.

Dabei war das System keineswegs mit einem modernen Rechtsstaat gleichzusetzen.

Frauen, Sklaven und viele andere Personengruppen besaßen nicht dieselben politischen Rechte wie männliche Bürger.

Die berühmte athenische Demokratie war daher eine Demokratie mit erheblichen Einschränkungen.

Gerade deshalb ist es interessant, dass Assassin's Creed Odyssey immer wieder politische und rechtliche Themen aufgreift.


Metiochos und die Frage nach Gerechtigkeit

Die Geschichte von Metiochos ist letztendlich eine Geschichte über einen Menschen, der sich selbst als Opfer betrachtet und nach einer Form von Wiedergutmachung sucht.

Kassandra kann ihm helfen.

Doch ihre Möglichkeiten sind brutal.

Sie ist keine Richterin.

Sie ist keine offizielle Vertreterin Athens.

Sie ist eine Söldnerin.

Wenn sie einen Täter tötet, ist dieser zwar nicht mehr in der Lage, Metiochos erneut zu verletzen.

Aber damit ist die Frage nach Gerechtigkeit nicht automatisch beantwortet.


Warum diese Nebenmission wichtig ist

Solche Nebenmissionen können leicht unterschätzt werden.

Auf den ersten Blick handelt es sich lediglich um einen weiteren Auftrag:

Finde Gegner und schalte sie aus.

Doch hinter dieser einfachen Struktur steckt eine interessante Frage.

Was passiert, wenn das offizielle Recht versagt?

Darf ein Opfer dann selbst entscheiden, was mit seinem Täter passiert?

Oder führt Selbstjustiz zwangsläufig zu weiteren Problemen?

Diese Fragen sind auch außerhalb des Spiels relevant.


Fazit

Die Episode „Der Schlangenhändler“ führt Kassandra in eine Geschichte, die deutlich stärker von persönlicher Vergeltung und moralischen Entscheidungen geprägt ist als viele ihrer bisherigen Abenteuer.

Nach einem Attentat auf einen Söldner beginnt die Mission „Eine giftige Begegnung“. Kassandra begibt sich zum Anwesen von Metiochos und findet dort einen Mann vor, der gefangen genommen wurde. Nach seiner Befreiung erzählt er von seinen Peinigern und bittet Kassandra darum, diese aufzuspüren und zu beseitigen.

Damit wird aus einer Rettungsmission eine Frage nach Gerechtigkeit.

Metiochos möchte Vergeltung.

Kassandra besitzt die Fähigkeiten dazu.

Doch die Männer, die Metiochos angegriffen haben, können nicht einfach nach Belieben bestraft werden. Genau hier zeigt sich die Spannung zwischen persönlicher Rache und einem geregelten Rechtssystem.

Historisch passt dieses Thema hervorragend zum antiken Griechenland. Die verschiedenen Stadtstaaten besaßen unterschiedliche politische und rechtliche Strukturen. Besonders Athen entwickelte komplexe Gerichtsverfahren, die jedoch keineswegs mit einem modernen Rechtsstaat gleichzusetzen waren.

Die Mission zeigt damit erneut eine Stärke von Assassin's Creed Odyssey: Ubisoft verbindet Action und Rollenspiel mit historischen und gesellschaftlichen Themen.

Kassandra ist dabei weder klassische Heldin noch einfache Auftragsmörderin. Sie bewegt sich in einer moralischen Grauzone. Sie kann Menschen retten, Kultisten jagen und Opfern helfen – doch ihre Lösungen sind häufig von Gewalt geprägt.

Genau deshalb bleibt die Frage nach Metiochos' Erlösung interessant:

Ist Vergeltung wirklich Gerechtigkeit – oder nur eine andere Form von Gewalt?

Und während Kassandra diese Frage auf ihre eigene Weise beantwortet, wartet bereits das nächste Abenteuer im antiken Griechenland.


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