Assassin's Creed Odyssey [034] 🗡️ Der Schlangenhändler
Nach dem politischen Ausflug zum Scherbengericht geht es für Kassandra in Assassin's Creed Odyssey wieder deutlich handfester zur Sache. Die Episode „Der Schlangenhändler“ beginnt mit einem Attentat auf einen Söldner, der Kassandra zuvor verfolgt hat. Damit wird zunächst ein weiteres Kapitel ihrer persönlichen Söldnerjagd abgeschlossen, bevor sie sich der nächsten Aufgabe widmet.
Die Mission „Eine giftige Begegnung“ führt Kassandra anschließend zum Anwesen von Metiochos. Bereits bei der Ankunft wird klar, dass hier etwas nicht stimmt. Eine Stimme warnt vor Schlangen, während die Umgebung den Eindruck vermittelt, dass der Hausherr in Schwierigkeiten steckt.
Kassandra findet Metiochos schließlich gefangen vor. Der Mann ist sichtlich erleichtert, dass sie ihn befreit. Doch seine Rettung ist erst der Anfang der eigentlichen Aufgabe. Metiochos berichtet von Männern, die ihm Leid zugefügt haben, und möchte, dass Kassandra diese Schläger findet und zur Rechenschaft zieht.
Damit steht Kassandra vor einer interessanten Frage: Darf sie Gewalt anwenden, wenn das Gesetz scheinbar nicht in der Lage ist, einem Opfer Gerechtigkeit zu verschaffen?
Genau hier verbindet die Episode typische Assassin's-Creed-Action mit einem gesellschaftlichen Thema, das bereits im antiken Griechenland von großer Bedeutung war: dem Verhältnis zwischen persönlicher Vergeltung, Selbstjustiz und staatlichem Recht.
Ein Attentat eröffnet die Episode
Noch bevor Kassandra sich mit Metiochos beschäftigt, steht zunächst ein Söldner auf ihrer Liste.
Der Gegner hat Kassandra gesucht und damit selbst dafür gesorgt, dass sie sich mit ihm auseinandersetzen muss.
Ein Attentat beendet die Jagd.
Solche Begegnungen sind für Kassandra inzwischen beinahe Alltag. Als Söldnerin bewegt sie sich in einer Welt, in der Kopfgelder, Rivalitäten und persönliche Feindschaften jederzeit zu einem Kampf führen können.
Der Kampf zeigt zugleich eine der Stärken des Söldnersystems von Assassin's Creed Odyssey: Kassandra ist nicht nur Jägerin, sondern kann selbst zum Ziel werden.
Mit dem erfolgreichen Attentat ist dieses Problem zunächst gelöst.
Doch schon wartet die nächste Aufgabe.
Eine giftige Begegnung
Die neue Mission trägt den passenden Namen „Eine giftige Begegnung“.
Kassandra soll sich zum Anwesen von Metiochos begeben.
Schon der Name der Mission lässt vermuten, dass Schlangen eine Rolle spielen werden. Tatsächlich wird Kassandra bei ihrer Ankunft von einer Stimme gewarnt.
Die Situation wirkt ungewöhnlich.
Warum befindet sich jemand auf dem Anwesen?
Wer warnt Kassandra?
Und was ist mit Metiochos passiert?
Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten.
Metiochos ist gefangen
Auf dem Anwesen findet Kassandra schließlich den Hausherrn.
Metiochos wurde gefangen genommen.
Für ihn kommt die Ankunft der Söldnerin genau im richtigen Moment.
Nach seiner Befreiung ist seine Erleichterung deutlich zu spüren. Doch aus der Rettung entwickelt sich schnell ein neuer Auftrag.
Metiochos erzählt Kassandra von den Männern, die für seine Lage verantwortlich sind.
Er möchte, dass sie diese Männer findet.
Und er möchte, dass sie bestraft werden.
Dabei geht es nicht nur um eine einfache Suche.
Metiochos verlangt Vergeltung.
Wenn das Gesetz nicht genügt
Genau an diesem Punkt wird die Mission interessanter als eine gewöhnliche Kampfaufgabe.
Metiochos ist ein Opfer.
Er wurde angegriffen und misshandelt.
Die Verantwortlichen sind bekannt.
Doch scheinbar kann oder will das Gesetz nicht unmittelbar eingreifen.
Damit steht Kassandra vor einem moralischen Problem.
Soll sie die Männer einfach finden und töten?
Oder sollte sie versuchen, eine rechtmäßige Lösung zu finden?
Das Spiel stellt diese Frage nicht nur theoretisch.
Kassandra ist eine Söldnerin.
Sie besitzt die Fähigkeiten, solche Probleme mit Gewalt zu lösen.
Doch nur weil sie dazu in der Lage ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es die richtige Entscheidung ist.
Selbstjustiz im antiken Griechenland
Die Frage nach Selbstjustiz ist historisch besonders interessant.
Das antike Griechenland besaß keine einheitliche Rechtsordnung, die für sämtliche griechischen Regionen gleichermaßen galt.
Stattdessen hatten die verschiedenen Poleis, also Stadtstaaten, eigene politische und rechtliche Strukturen.
Athen besaß beispielsweise andere Institutionen als Sparta.
Auch die Möglichkeiten, vor Gericht zu ziehen oder einen Rechtsstreit auszutragen, hingen vom jeweiligen gesellschaftlichen Status und vom politischen System ab.
Das Recht war daher stark an die jeweilige Gemeinschaft gebunden.
Recht und persönliche Vergeltung
In älteren Gesellschaften war die Grenze zwischen persönlicher Vergeltung und rechtlicher Bestrafung teilweise deutlich weniger klar als in modernen Rechtsstaaten.
Familien, Gemeinschaften und politische Institutionen spielten eine wichtige Rolle.
Im antiken Griechenland entwickelte sich das Recht jedoch zunehmend zu einem institutionellen System.
Besonders Athen ist für seine Gerichtsverfahren bekannt.
Bürger konnten vor Gericht auftreten und Anklagen führen.
Das bedeutete allerdings nicht, dass Gewalt und persönliche Vergeltung vollständig verschwunden waren.
Genau diese Spannung greift Assassin's Creed Odyssey in der Mission rund um Metiochos auf.
Kassandra als ausführende Hand
Metiochos kann seine Gegner offenbar nicht einfach selbst zur Rechenschaft ziehen.
Kassandra hingegen besitzt die notwendigen Fähigkeiten.
Sie kann sich in gefährliche Gebiete begeben, Gegner verfolgen und sich gegen bewaffnete Gruppen behaupten.
Damit wird sie zu einer Art ausführender Hand.
Das ist ein wiederkehrendes Motiv in der Assassin's-Creed-Reihe.
Der Spieler übernimmt die Rolle einer Figur, die außerhalb gewöhnlicher gesellschaftlicher Strukturen agiert.
Kassandra kann dabei Entscheidungen treffen, die normale Bürger Athens oder anderer Poleis niemals treffen könnten.
Die Schläger werden zum Ziel
Nach Metiochos' Rettung beginnt Kassandra mit der Suche nach den Verantwortlichen.
Die Männer, die Metiochos angegriffen haben, werden damit selbst zu Zielen.
Die Situation ist moralisch durchaus interessant.
Für Metiochos sind sie Täter.
Für Kassandra sind sie Gegner.
Für das Gesetz wären sie möglicherweise Beschuldigte, die sich vor einem Gericht verantworten müssten.
Das Spiel lässt dadurch unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Situation entstehen.
Täter oder Opfer?
Gerade diese Unterscheidung ist wichtig.
Metiochos sieht sich eindeutig als Opfer.
Doch Kassandra kennt zunächst nur seine Version der Geschichte.
Das ist ein klassisches Problem jeder Form von Rechtsprechung.
Eine einzelne Aussage reicht nicht unbedingt aus, um die gesamte Wahrheit zu kennen.
Wer war tatsächlich verantwortlich?
Was ist wirklich passiert?
Welche Motive hatten die Beteiligten?
Und welche Strafe wäre angemessen?
Die Mission zeigt damit indirekt, warum Gesellschaften überhaupt Gerichte und Rechtsverfahren entwickelt haben.
Das Gesetz selbst in die Hand nehmen
Die Schläger können das Gesetz nicht einfach selbst in die Hand nehmen.
Dieser Gedanke bildet einen wichtigen Kern der Mission.
Wenn jeder Mensch selbst entscheidet, wer schuldig ist und welche Strafe verdient wird, entsteht schnell eine Spirale aus Gewalt.
Der Geschädigte rächt sich am Täter.
Die Familie des Täters rächt sich wiederum am Geschädigten.
Und schon entsteht ein Kreislauf, der kaum noch kontrolliert werden kann.
Ein funktionierendes Rechtssystem soll genau diesen Kreislauf verhindern.
Die Besonderheit von Assassin's Creed Odyssey
Die Mission funktioniert deshalb besonders gut, weil sie das Gameplay mit einem moralischen Thema verbindet.
Kassandra könnte die Angelegenheit sehr einfach lösen:
Gegner finden. Gegner töten. Auftrag erledigt.
Doch die Geschichte gibt dem Spieler gleichzeitig Anlass, darüber nachzudenken, ob Gewalt tatsächlich Gerechtigkeit bedeutet.
Das ist eine interessante Ergänzung zum sonst sehr actionreichen Spielverlauf.
Schlangen als Symbol
Der Titel „Der Schlangenhändler“ und die Warnung vor Schlangen verleihen der Episode zusätzlich eine symbolische Ebene.
Schlangen besitzen in der griechischen Mythologie eine äußerst ambivalente Bedeutung.
Sie können mit:
- Heilung,
- Erneuerung,
- Gefahr,
- Tod,
- Unterwelt,
- Weisheit
verbunden werden.
Besonders bekannt ist der Äskulapstab, der bis heute als Symbol der Medizin verwendet wird.
Die Schlange ist daher nicht ausschließlich ein Symbol des Bösen.
Sie kann sowohl Leben als auch Gefahr repräsentieren.
Das passt hervorragend zur Mission, in der Kassandra zwischen Rettung, Rache und Gewalt steht.
Der Titel „Der Schlangenhändler“
Der Episodentitel erzeugt dabei eine gewisse Erwartung.
Ein Schlangenhändler klingt zunächst nach einer Figur, die mit exotischen oder gefährlichen Tieren handelt.
Doch die eigentliche Mission dreht sich stärker um die Situation rund um Metiochos und seine Angreifer.
Die Schlange wird damit zu einem wiederkehrenden Motiv, das die Atmosphäre der Aufgabe unterstützt.
Ubisoft nutzt solche Begriffe häufig, um Missionen bereits durch ihre Namen charakteristisch wirken zu lassen.
Kassandra zwischen Heldin und Söldnerin
Eine der interessantesten Eigenschaften von Kassandra ist, dass sie nicht eindeutig als klassische Heldin dargestellt wird.
Sie hilft Menschen.
Sie rettet Opfer.
Sie verfolgt Kultisten.
Doch gleichzeitig verdient sie ihren Lebensunterhalt als Söldnerin und tötet zahlreiche Menschen.
Das erzeugt eine moralische Grauzone.
Kassandra kann einem Menschen zur Gerechtigkeit verhelfen und gleichzeitig Gewalt anwenden.
Die Frage lautet deshalb nicht nur:
„Ist Kassandra eine Heldin?“
Sondern vielmehr:
„Welche Art von Gerechtigkeit verfolgt Kassandra?“
Eine Welt ohne einfache Antworten
Das antike Griechenland von Assassin's Creed Odyssey ist voller solcher Situationen.
Politiker manipulieren die Bevölkerung.
Söldner verfolgen Menschen wegen Kopfgeldern.
Kultisten beeinflussen politische Ereignisse.
Philosophen stellen unangenehme Fragen.
Und gewöhnliche Bürger müssen versuchen, in dieser Welt zu überleben.
Die Mission um Metiochos passt deshalb hervorragend in die Gesamtstruktur des Spiels.
Sie ist klein im Vergleich zur großen Geschichte des Kults des Kosmos.
Aber sie behandelt ein Thema, das für die Gesellschaft insgesamt wichtig ist.
Historischer Kontext: Recht im antiken Athen
Athen entwickelte im 5. Jahrhundert v. Chr. ein komplexes System von Gerichten und politischen Institutionen.
Viele Entscheidungen wurden durch Bürger getroffen.
Zu den bekannten Einrichtungen gehörten Volksgerichte, in denen große Geschworenengruppen über Fälle entscheiden konnten.
Dabei war das System keineswegs mit einem modernen Rechtsstaat gleichzusetzen.
Frauen, Sklaven und viele andere Personengruppen besaßen nicht dieselben politischen Rechte wie männliche Bürger.
Die berühmte athenische Demokratie war daher eine Demokratie mit erheblichen Einschränkungen.
Gerade deshalb ist es interessant, dass Assassin's Creed Odyssey immer wieder politische und rechtliche Themen aufgreift.
Metiochos und die Frage nach Gerechtigkeit
Die Geschichte von Metiochos ist letztendlich eine Geschichte über einen Menschen, der sich selbst als Opfer betrachtet und nach einer Form von Wiedergutmachung sucht.
Kassandra kann ihm helfen.
Doch ihre Möglichkeiten sind brutal.
Sie ist keine Richterin.
Sie ist keine offizielle Vertreterin Athens.
Sie ist eine Söldnerin.
Wenn sie einen Täter tötet, ist dieser zwar nicht mehr in der Lage, Metiochos erneut zu verletzen.
Aber damit ist die Frage nach Gerechtigkeit nicht automatisch beantwortet.
Warum diese Nebenmission wichtig ist
Solche Nebenmissionen können leicht unterschätzt werden.
Auf den ersten Blick handelt es sich lediglich um einen weiteren Auftrag:
Finde Gegner und schalte sie aus.
Doch hinter dieser einfachen Struktur steckt eine interessante Frage.
Was passiert, wenn das offizielle Recht versagt?
Darf ein Opfer dann selbst entscheiden, was mit seinem Täter passiert?
Oder führt Selbstjustiz zwangsläufig zu weiteren Problemen?
Diese Fragen sind auch außerhalb des Spiels relevant.
Fazit
Die Episode „Der Schlangenhändler“ führt Kassandra in eine Geschichte, die deutlich stärker von persönlicher Vergeltung und moralischen Entscheidungen geprägt ist als viele ihrer bisherigen Abenteuer.
Nach einem Attentat auf einen Söldner beginnt die Mission „Eine giftige Begegnung“. Kassandra begibt sich zum Anwesen von Metiochos und findet dort einen Mann vor, der gefangen genommen wurde. Nach seiner Befreiung erzählt er von seinen Peinigern und bittet Kassandra darum, diese aufzuspüren und zu beseitigen.
Damit wird aus einer Rettungsmission eine Frage nach Gerechtigkeit.
Metiochos möchte Vergeltung.
Kassandra besitzt die Fähigkeiten dazu.
Doch die Männer, die Metiochos angegriffen haben, können nicht einfach nach Belieben bestraft werden. Genau hier zeigt sich die Spannung zwischen persönlicher Rache und einem geregelten Rechtssystem.
Historisch passt dieses Thema hervorragend zum antiken Griechenland. Die verschiedenen Stadtstaaten besaßen unterschiedliche politische und rechtliche Strukturen. Besonders Athen entwickelte komplexe Gerichtsverfahren, die jedoch keineswegs mit einem modernen Rechtsstaat gleichzusetzen waren.
Die Mission zeigt damit erneut eine Stärke von Assassin's Creed Odyssey: Ubisoft verbindet Action und Rollenspiel mit historischen und gesellschaftlichen Themen.
Kassandra ist dabei weder klassische Heldin noch einfache Auftragsmörderin. Sie bewegt sich in einer moralischen Grauzone. Sie kann Menschen retten, Kultisten jagen und Opfern helfen – doch ihre Lösungen sind häufig von Gewalt geprägt.
Genau deshalb bleibt die Frage nach Metiochos' Erlösung interessant:
Ist Vergeltung wirklich Gerechtigkeit – oder nur eine andere Form von Gewalt?
Und während Kassandra diese Frage auf ihre eigene Weise beantwortet, wartet bereits das nächste Abenteuer im antiken Griechenland.
⚓ Playlist: Assassin’s Creed Origin – Velgandr's Let’s Play
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Komm mit Kassandra der Söldnerin mit auf ein Abenteuer durch das alte Griechenland dem Land des Weines – exklusiv bei Velgandr